Impfungen

Gern beraten wir Sie über die von der STIKO (Ständige Impfkommission) empfohlenen Impfungen und führen diese auch durch. Während in der Kindheit zumeist ein sehr umfassender Impfschutz besteht, gerät dies im Erwachsenalter manchmal in Vergesenheit und notwendigen Auffrischungen (Tetanus und Diphtherie)werden nicht durchgeführt. Auch gerade vor einer geplanten Schwangerschaft sollten etwaige Impflücken geschlossen werden um eventuellen Gefährdungen zu entgegnen. Von Bedeutung sind z.B. Röteln, Masern, Mumps, Windpocken, Tetanus, Diphtherie und auch Hepatitis B.

Bei bestehendem Kinderwunsch bringen Sie bitte Ihre Impfnachweise mit zur Konsultation.

Grundsätzlich führen wir auch andere Impfungen durch. So z.B. die jährliche Grippeschutzimpfung, die vor allem

  • für Patientinnen jenseits des sechzigsten Lebensjahres,
  • bei gefährdeten Personen (Verkäuferinnen, medizinischem Personal, Patientinnen nach Krebserkrankungen etc.)
besonders empfohlen und auch zahlreich in Anspruch genommen werden..

Impfungen während der Schwangerschaft

Prinzipiell besteht während der Schwangerschaft ein Risiko, das ungeborene Kind durch Impfungen zu schädigen. Deshalb sollte man nur wirklich dringende Impfungen in der Schwangerschaft durchführen. Impfungen während des ersten Schwangerschaftsdrittels sind möglichst ganz zu vermeiden.

Unbedenklich
  • Diphtherie
  • FSME (passiv)
  • Hepatitis A (passiv)
  • Tetanus

Eine Schwangere sollte in jedem Fall gegen Tetanus geimpft sein, da der Erreger überall auf der Welt, an jedem Ort zu finden sind ist. Zudem überträgt die Mutter ihre Tetanus-Abwehrstoffe (Antikörper) auf das Kind und schützt das Neugeborene damit vor einer Infektion. Meistens wird die Tetanus-Impfung in Kombination mit der Impfung gegen Diphtherie aufgefrischt.

Kontraindiziert
  • Gelbfieber
  • Masern
  • Mumps
  • Röteln
  • Windpocken

Diese Lebendimpfstoffe sind noch in geringem Maße vermehrungsfähig. Für die Mutter sind sie ungefährlich, das Kind können sie jedoch schädigen.

Risiko abwägen
  • Cholera
  • FSME (aktiv)
  • Grippe
  • Hepatitis A (aktiv)
  • Hepatitis B
  • Japanische Enzephalitis
  • Kinderlähmung
  • Meningokokken
  • Pneumokokken
  • Tollwut
  • Typhus

Bei diesen Impfungen muss in jedem Fall eine strenge Risiko-Nutzen-Abwägung erfolgen!

Ungeimpft zu sein ist das größere Risiko Kind mit Polioschaden: Eltern haben mehr Angst vor der Impfung als vor der Krankheit. © WHO/P. Virot

Sechs Impfungen allein im ersten Lebensjahr - so lautet die offizielle Empfehlung der Experten, die in der Ständigen Impfkommission (STIKO) versammelt sind. Sechsmal Geschrei und Tränen, dazu noch die ständigen Besuche beim Kinderarzt - kein Wunder, dass viele Eltern sich fragen: "Muss das wirklich sein?" Schließlich - so lautet der besorgte Einwand - können Impfungen auch Nebenwirkungen hervorrufen. Wäre es nicht besser, der Natur ihren Lauf zu lassen und die 'harmlosen' Kinderkrankheiten einfach zu erdulden?
So einfach ist das nicht: Masern und Keuchhusten, Diphtherie und Tetanus, ja sogar Mumps und Röteln fordern noch heute in Deutschland dutzende Todesfälle und führen immer wieder zu bleibenden Behinderungen wie Hirnschäden, Lähmungen, Blind- und Taubheit.
In unseren Nachbarländern, z.B. in Finnland, Schweden, den Niederlanden und Großbritannien, lassen Eltern ihre Kinder häufiger impfen. Der Vergleich zu Deutschland zeigt, dass die Folgeschäden dieser Erkrankungen durch Impfen verhindert werden können. Aber gerade im Grundschulalter, wenn die Auffrischimpfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Kinderlähmung und Keuchhusten fällig werden, verzichten in Deutschland die meisten Eltern auf den Gang zum Arzt. Sie gefährden damit nicht nur ihre Sprösslinge, sondern auch sich selbst. Denn wer nicht geimpft ist, wird zur möglichen Brutstätte der Erreger und gefährdet damit auch seine Mitmenschen.
Früher, als die Folgen der Diphtherie, der "Würgeengel der Kinder", oder die Kinderlähmung noch allgegenwärtig waren, waren die Eltern froh, ihre Kinder vor diesen Krankheiten schützen zu können - und das auch noch umsonst. Heute, wo geistig behinderte oder verkrüppelte Kinder nicht mehr zum täglichen Erscheinungsbild gehören, haben viele mehr Angst vor den Nebenwirkungen der Impfung als vor der Krankheit selbst.

Die Vorteile der Impfungen - und ihre möglichen Nebenwirkungen

In den USA, wo der Impfnachweis vor Schuleintritt Pflicht ist, sind die Masern fast ausgerottet, nur noch eine Hand voll Kinder kam in den letzten Jahren mit Röteln zur Welt, und auch der Keuchhusten ist auf dem Rückzug. Obwohl die meisten Impfungen keinen 100-prozentigen Schutz verleihen, erschweren sie zumindest die Vermehrung und Ausbreitung der Erreger - und verringern damit die Leidensdauer und schwerwiegende Komplikationen.
Diesen Vorteilen stehen die bekannten Nebenwirkungen der Impfungen gegenüber: Rötungen, Schwellungen und Schmerzen an der Einstichstelle sind am häufigsten. Auch mit leichtem Fieber, Erbrechen, Durchfall und Appetitlosigkeit kann man in den ersten drei Tagen rechnen. Eigentlich sind dies jedoch keine Nebenwirkungen, sondern Anzeichen eines aktiv gewordenen Immunsystems.
Oft wird eine vermeintliche Nebenwirkung nur zufällig im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung wahrgenommen. Nach einer Impfung beobachten die Eltern ihr Kind kritischer und suchen nach Zusammenhängen. Was mit einer Impfung auftritt, wäre meistens aber auch ohne Impfung passiert.
Ein einfaches Beispiel: Wenn ein Kind am Vortag einer Erkältung Bananen gegessen hat, kann man nicht davon ausgehen, dass Bananen zu Erkältungen führen. Ebensowenig muss ein Husten am Tag nach dem Impftermin von der Impfung stammen. Daher werden alle Medikamente und Impfungen in großen Studien mit vielen Menschen geprüft um solche zufälligen Ergebnisse auszuschließen.
Häufig sind Eltern unsicher, ob das Immunsystem eines wenige Wochen alten Kindes, mit einem Sechsfachimpfstoff nicht überlastet ist. Doch diese Angst ist unnötig. Ein Baby wird zwar steril, also ohne Keime geboren. Aber bereits innerhalb weniger Stunden seines Lebens muss es sich bereits mit Millionen Erregern verschiedenster Art auseinander setzen. Das kindliche Immunsystem wird spielend damit fertig. Andere wiederum befürchten, dass dem Immunsystem durch Impfungen das nötige Training genommen wird. Doch das Gegenteil ist der Fall: Alle Impfungen trainieren das Immunsystem. Jedoch viel gezielter, nämlich ohne die möglichen Folgeschäden der Erkrankungen. Impfungen sind die einzige Möglichkeit, sich auf ungefährliche Art mit den Krankheitserregern auseinander zu setzen.

Impfschäden

Die mit hochrangigen Experten besetzte Ständige Impfkommission (STIKO) bewertet jedes Jahr neu den Nutzen jeder Impfung und vergleicht ihn mit den möglichen Nebenwirkungen. Das Resultat wird in Form der "Allgemeinen Impfempfehlungen" veröffentlicht. Diese ständig aktualisierten Richtlinien dienen Ärzten und Gesundheitsämtern zur Orientierung auch in Zweifelsfällen, etwa bei Organempfängern, Krebskranken und anderen Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
Alle von der STIKO empfohlenen Impfungen müssen von den Krankenkassen bezahlt werden.
Gleichzeitig begründet dieses "Gütesiegel" auch einen Versorgungsanspruch gegenüber dem Staat in jenen extrem seltenen Fällen, bei denen es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu dauerhaften Impfschäden kommt.
Dank der ständigen Verbesserung der Impfstoffe sinkt die Zahl der Impfschäden jedoch ständig. In den letzten zehn Jahren waren in Deutschland insgesamt 400 Menschen mit einem anerkannten Impfschaden registriert. Davon betreffen fast die Hälfte die seit 1982 nicht mehr durchgeführte veraltete Pockenimpfung. Würden die meisten auf Impfungen verzichten, würde folgendes Szenario entstehen:
Beispiel Masern: Pro Jahr werden in Deutschland ca. 700.000 Kinder geboren. Erhalten diese Kinder keine Masern-Impfung werden die meisten an Masern erkranken. Dann sterben daran, alleine an der gefährlichen Komplikation Hirnhautentzündung, 150 Kinder und 200 Kinder behalten geistige Schäden zurück.

Die Folgen in zehn Jahren sind 1500 tote und 2000 geistig behinderte Kinder.
Die Folgen anderer häufig auftretender Komplikationen bei Masern, wie z.B. bakterielle Lungen- und Mittelohrentzündungen mit späteren Organschäden, sind hier noch gar nicht mitgerechnet.
Masern-Partys, die manche Eltern abhalten, damit sich ihre Sprösslinge gezielt infizieren, halten Experten daher für unverantwortlich, da die Kinder bewusst einem Todesrisiko ausgesetzt werden.
Für Nicht-Geimpfte und Nicht-Erkrankte nimmt außerdem das Risiko zu, sich erst als Jugendliche oder Erwachsene anzustecken, vor allem auf Fernreisen, da es in vielen Reiseländern aufgrund mangelnder Impfraten hohe Erkrankungszahlen gibt. Je älter aber die Infizierten sind, desto gravierender sind die Komplikationen.

Es gebe nur drei Gründe die man gegen das Impfen vorbringen könnte, sagt Prof. Heinz-J. Schmitt, Vorsitzender der STIKO.

  • Erstens weltanschauliche, etwa wenn Anthroposophen glauben, eine Krankheit sei Folge menschlichen Versagens in einem vorangegangenen Leben und dürfe daher nicht verhindert werden - die Epidemien, die heute noch in Deutschland auftreten, gehen daher häufig von Waldorf-Kindergärten oder Steiner-Schulen aus;
  • zweitens das Risiko einer Überempfindlichkeitsreaktion, das bei etwa 1 : 300 000 liegt;
  • und drittens die seltenen, vergleichsweise harmlosen Nebenwirkungen, denen aber der gewaltige Nutzen von Impfungen gegenübersteht.

Nur wer ausreichend über Schutzimpfungen und die Krankheiten, die sie verhindern sollen, informiert ist, kann eine richtige Entscheidung für sich oder seine Kinder treffen.